Die Entwicklung des Güterwagenparks der Gotthardbahn zeigte keine nennenswerten Abweichungen gegenüber derjenigen der übrigen Schweizerbahnen oder des Auslandes.
Um den gegenseitigen Wagenaustausch zu erleichtern, wurden zum Warentransport vorwiegend "Normal-Güterwagen" beschafft.
Ein wichtiger Aspekt für die Gotthardbahn als Gebirgsbahn wäre die technische Entwicklung der Druckluft-Bremsen bei Güterzügen gewesen.
Entsprechende Versuche wurden von der GB allerdings nur im Bereiche der Personenwagen gemacht.
Für lange Güterzüge war es erst in den Jahren 1930 - 1935 soweit, dass auf Grund internationaler Beschlüsse die automatische Druckluftbremse eingeführt wurde.
Voraussetzung für die Verwendung der Druckluftbremse bei Güterzügen war die Entwicklung neuer Steuerventile, welche durch Nachspeisen aus der gleichen Luftleitung ein Erschöpfen verhindern und gleichzeitig ein gutes Regulieren der Bremskraft ermöglichen.
Der Wagenpark der Gotthardbahn
Den Grundstock des Güter-Wagenparks bildeten die Wagen der Tessinischen Talbahnen aus den Jahren 1874/75.Bis zur Übergabe an die SBB war schliesslich die stattliche Zahl von 1724 eigenen und 23 Privatwagen bei der Gotthardbahn-Gesellschaft vorhanden.
|
Die gedeckten Bauarten für gewöhnliche Güter und Sammelgüter erhielten anfänglich die Bezeichnung G, K oder O.
Später nur noch die Bezeichnung K. |
|
|
|
Die offenen Hochbord- Wagen mit der Bezeichnung L dienten teilweise für den Transport von Kohle. |
|
Die Flachwagen erhielten die Typenbezeichnung M und dienten zum Transport von Steinen oder von Heu und Stroh. |
|
Der verhältnismässig kleine Park an Sonderwagen setzte sich zusammen aus:
7 Bierwagen Og, sowie 6 Geflügel-Wagen Og. |
|
Hinzu kamen 20 N-Wagen für Langholz.
Vorhanden waren auch einige Privatwagen. Sie erhielten die Bezeichnung P. Die Wagen für den Transport des Leuchtgases für die Beleuchtung erhielten die Bezeichnung Mg. |
Die meisten Wagen besassen in der Anfangszeit keine geschlossene Plattformen oder über das Dach ragende Bremserhütten.
Für die Bremser waren lediglich Plattformen oder kleine Sitze oder Hochsitze vorhanden.
Zusammenstellung des Güter-Wagenparks
|
|||
| Serie | Anzahl | Bezeichnung | Nummern |
| Ks | 20 | gedeckte Sammelgüterwagen | 3501 – 3520 |
| Kv | 245 | gedeckte Vieh- und Güterwagen | 2001 – 2245 |
| K | 73 | gedeckte Güterwagen | 3001 – 3073 |
| K | 2 | Hülfswagen | 3074 – 3075 |
| L | 45 | offene Güterwagen | 4001 – 4045 |
| L | 105 | offene Güterwagen | 4046 – 4150 |
| L | 50 | Kohlenwagen | 4501 – 4550 |
| M | 18 | Steintransportwagen | 5001 – 5018 |
| M | 28 | Steintransportwagen | 5019 – 5047 |
| M | 5 | Steintransportwagen | 5501 – 5505 |
| Mg | 1 | Gaswagen | 5506 |
| N | 8 | Langholzwagen | 6001 – 6008 |
| N | 12 | Langholzwagen | 6009 – 6020 |
| S | 65 | Kiestransportwagen | 6201 – 6265 |
Die Gotthardbahn benutzte vorerst ein eigenes Bezeichnungs- und Nummerierungssystem.
Nachdem das für sämtliche Schweizer Bahnen verbindliche Bezeichnungssystems eingeführt wurde, stellte auch die Gotthardbahn auf das neue System um.
Eine Ausnahme bildeten 148 L5, die nur 12,5 t aufnehmen konnten, dafür aber eine grosse Ladefläche anboten.
Die Flachwagen mit der Typenbezeichnung M erhielten die folgenden Indices:
Davon gehörten 6 Wagen der Bierbrauerei "Spiess AG" in Luzern und 17 Kesselwagen der "Societa italiana-americana del petrolio" in Venedig.
Die Dienstwagen erhielten die Bezeichnung S.
Dazu gehörten die Wagen für den Materialtransport (Schotter) aber auch die Krane, die Schneepflüge und später die Dampfschneeschleuder (Rotary).
Eine D 3/3 befährt mit ihrem Güterzug die Göschneralpreuss-Brücke bei der Nordeinfahrt in den Bahnhof Göschenen. |
Ein Personenzug durchfährt den Bahnhof Flüelen. Ein Güterzug ist auf Geleise 3 abgestellt. Es steht noch das erste Bahnhofs-Gebäude. |