Die Geschichte der Gotthardbahn

Die Dampflokomotiven

Der Betrieb nach der Jahrhundertwende

Die A 3/5 Maschinen der Winterthur-Serie vermochten mit Vorspann lediglich 280 t zu befördern, so dass auch hier jeweils eine dritte Maschine nachschieben musste.
Die GB entschloss sich deshalb 1904, eine Vorspannmaschine bauen zu lassen, welche die fehlende Zugkraft aufzubringen vermochte. Sie entschloss sich für den Typ Consolidation, also 4/5 gekuppelt.

C 4/5 der Firma Maffei

Eine C 4/5 von Maffei hat Arbeitspause. Das Lokpersonal posiert stolz für den Fotografen.

Die schweren Maschinen mit dem mächtigen hoch liegenden Kessel vermochten am Berg alleine 180 t zu befördern. Als Vorspann vor einer A 3/5 konnten die beiden Maschinen ohne Schiebelok, 320 t den Berg hinaufwuchten. 
Die Höchstgeschwindigkeit in der Ebene betrug 65 km/h.
Im Jahre 1906 wurden die acht von Maffei in München gebauten Maschinen ausgeliefert. Sie erhielten mit den Nummern 2801 - 2808 bereits solche nach dem SBB-Nummernschema.

Da 1908 nochmals eine stärkere Serie A 3/5 Maschinen bestellt werden sollte, entschloss sich die GB, diese in Anlehnung an die C 4/5 von Maffei in München entwickeln zu lassen. Auf Grund der kurzen Lieferfrist wurden die Nummern 931 - 934 in München und die Nummern 935 - 938 bei der SLM in Winterthur gebaut.
Bei dieser ebenfalls sehr wuchtigen Maschine konnten die guten Ergebnisse der ersten Serie A 3/5 der SLM nochmals gesteigert werden. 
So waren die Maschinen, obwohl sie am Berg 150 t und auf der Talstrecke 350 t zu befördern vermochten, äusserst sparsam im Dampfverbrauch und damit auch keine "Kohlenfresser".

A 3/5 der Firma Maffei

A 3/5 der Firma Maffei verlässt mit dem Gotthardpullmann den Gotthardtunnel in Airolo

C 4/5 der Firma Maffei

Der Gotthard-Express fährt von Erstfeld kommend in den Bahnhof Göschenen ein.
Zuglok ist eine Maffei A 3/5, die von Erstfeld bis Göschenen eine Maffei C 4/5 als Vorspannlok erhalten hat.

Nach dem Übergang der GB an die SBB im Jahre 1909, führten diese die bereits bei der GB erörterten Pläne für eine Elektrifizierung der Gotthardstrecke konsequent weiter. 
Darin dürfte mit ein Grund liegen, dass die SBB für die Gotthardstrecke, als dringend benötigte Dampflok für die Übergangszeit, nur einen Fünfkuppler in Auftrag gaben, obwohl die inzwischen auf 900 t heraufgesetzte Zughakenlast einen Sechskuppler erfordert hätte. 
Das Problem des langen Radstandes bei Sechskupplern war zu diesem Zeitpunkt im Ausland schon längst gelöst und entsprechende Maschinen im Einsatz.
C 5/6

Historische Maschine C 5/6 2978 auf Übungs- und Instruktionsfahrt für Lokführer von Erstfeld nach Gurtnellen. Kurz nach der Ausfahrt Erstfeld 1982.

Nachdem im Jahre 1913 die zwei Versuchsmaschinen 2901 und 2902 ausgeliefert wurden, erfolgte anschliessend die Auslieferung der weiteren 28 Maschinen des Typs C 5/6 mit den Nummern 2951 - 2978.
Dies waren denn auch die letzten im Auftrag der SBB erbauten Dampflokomotiven.