Der Betrieb bei den SBB
Nach dem Übergang der GB an die SBB im Jahre 1909, führten diese die bereits bei der GB erörterten Pläne für eine Elektrifizierung der Gotthardstrecke konsequent weiter.
Die C 5/6 blieben, nach dem dem offiziellen
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Historische Maschine C 5/6 2978 auf Übungs- und Instruktionsfahrt für Lokführer von Erstfeld nach Gurtnellen. Kurz nach der Ausfahrt Erstfeld 1982. |
Im Jahr 1909 ging die Gotthardbahn-Gesellschaft GB, als letzte grosse Privatbahn der Schweiz, an die 1902 gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen SBB über.
Damit übernahmen die SBB auch ein altes Problem der Gotthardbahn-Gesellschaft: die Beschaffung leistungsfähiger Lokomotiven für die Gotthard-Bergstrecke Erstfeld -Biasca (Bellinzona) und die Cenerilinie Bellinzona -Lugano. Denn seit der Eröffnung der Gotthardstrecke hinkte die Lokomotivbeschaffung der GB immer den ständig kräftig steigenden Passagierzahlen und Warenmengen hinterher.
Zwar lieferte die Firma Maffei in München 1905 8 Stück der schwere Güterzuglok C 4/5 und 1908 8 Exemplare der schweren Schnellzugslok A 3/5 an die Gotthardbahngesellschaft, aber dies reichte nicht zur Bewältigung des Güterverkehrs, da die C 4/5 vorwiegend als Vorspannloks vor den schweren internationalen Schnellzügen zum Einsatz kamen. Der Güterverkehr auf den Bergstrecken wurde vorwiegend mit den bereits ab 1882 zum Einsatz kommenden Lokomotiven befördert.
Die SBB behalfen sich vorerst damit, einige Güterzuglokomotiven des Typs C 4/5 aus dem Flachland abzuziehen und in Erstfeld und Bellinzona zu stationieren.
In den Büros machte man sich aber umgehend an die Planung einer schweren Güterzuglokomotive für die Bergstrecken am Gotthard und am Ceneri.
Diese neue Dampflokomotive hätte von der Leistungsanforderung her mindestens 6 Antriebsachsen aufweisen müssen.
In Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Winterthur SLM beschlossen die SBB-Planer deshalb, nur eine Dampflokomotive mit 5 Antriebsachsen zu bauen.
Um die Planungszeit zu verkürzen entschloss man sich, auf den Plänen der von der SLM gebauten Serie C 4/5 aufzubauen und diese quasi um eine Antreibsachse zu verlängern.
So entstand eine Dampflokomotive des Typs C 5/6, welche auf den Bergstrecken des Gotthards eine Last von 320 t bei 26 km/h befördern konnte. Im Flachland konnte sie einen 1000-Tonnen-Zug mit 22 km/h ziehen. Wegen ihrer grossen Zugkraft erhielt sie den Übernamen „Elefant“.
Nachdem im Jahre 1913 die zwei Versuchsmaschinen 2901 und 2902 ausgeliefert wurden, erfolgte anschliessend die Auslieferung der weiteren 28 Maschinen des Typs C 5/6 mit den Nummern 2951 - 2978, welche den Lokomotivdepots Erstfeld und Bellinzona zugeteilt wurden. Von dort aus kamen sie sowohl vor Schnell- wie auch Güterzügen zum Einsatz.
Mit der Elektrifizierung ab 1921 wurden die C 5/6 insFlachland verdrängt. Einige Lokomotiven wurden für den schweren Rangierdienst am Bahnhof Basel beziehungsweise Chiasso und häufig auf der erst spät elektrifizierten Linie zwischen Bellinzona und Luino eingesetzt.
Weil in Deutschland und Frankreich während des Zweiten Weltkrieges nicht genügend eigene Lokomotiven vorhanden waren, um für die Schweiz bestimmte Güter zu befördern, vermieteten die SBB 16 C 5/6 an die Deutsche Reichsbahn, wo sie vorwiegend im Raum Baden, Württemberg, Elsass und Bayern zum Einsatz kamen.
Nach dem Krieg wurden aus dem selben Grunde auch einige nach Frankreich vermietet.
Die Nr. 2976 erhielt 1953 eine Ölfeuerung.
Diese bewährte sich jedoch nicht. Die bei Stiftung Historisches Erbe der SBB (SBB Historic) erhalten gebliebene 2978 wurde 1917 gebaut und war somit die letzte in Betrieb genommene Dampflokomotive der SBB. Mit der Ankunft des letzten offiziellen Dampfzugs in Winterthur am 30. November 1968, welcher auch von einer C 5/6 gezogen wurde (die 2969), war die Dampfzeitära bei den SBB offiziell zu Ende. Die 2978 ist in der Rotonde von Delémont stationiert und wird immer wieder für Sonderfahrten eingesetzt, so zum Beispiel 1997 anlässlich des 150-Jahre-Jubiläums der Eisenbahn der Schweiz. Die 1915 gebaute 2969 wird von Eurovapor in Sulgen aufbereitet. Sie soll ab Oktober 2017 wieder auf der Gotthardbahn eingesetzt werden.[1] Sie war vorher bis 1997 als Denkmal vor den Hallen der SLM in Winterthur aufgestellt. Auch die 2958, die als Denkmallok in Olten stand, ging an Eurovapor und dient dort als Ersatzteilspender für die Aufbereitung der 2969. Die nicht betriebsfähige C 5/6 2965 (ehemalige Denkmallok in Erstfeld) ist im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern stationiert.