Auch das noch! Faller Car-System

Ich gestehe es, mein Widerstand ist gebrochen, ich bin der Faszination fahrender Autos erlegen.
Obwohl bei der Talstation der Gondelbahn einfach nur ein Parkplatz mit stehenden Fahrzeugen geplant war, bin ich schwach geworden und habe mich entschieden, auf der Zufahrt zur Gondelbahn das Car-System von Faller einzubauen.

Da die bisherige Zufahrtsstrasse blind in einem Tunnel an der Wand endete, musste ich eine andere Lösung für die Zufahrtsstrasse finden.

Im Bereiche dieses Tunnels war bisher zwischen zwei Felsen noch ein Streifen Wiesland. Bei einem eingepassten Felsstück habe ich einen Tunnel in der passenden Grösse ausgebrochen und ihn an dieser Stelle eingebaut. In den Unter- und Hinterbau wurde mit der Trennscheibe die für die Trasse notwendige Öffnung herausge- schnitten.
Die bisherige Grundplatte der Strasse wurde durch den Tunnel weitergeführt. Möglich wurde dies alles, weil ich beim Bau als Basis der Strasse eine Tischlerplatte von 15 mm benutzt hatte.
Da sowohl für das Abbiegen in den Tunnel, wie auch auf dem Parkplatz selbst nicht allzu viel Platz war, machte ich zuerst mit einem Bus und einem Lastwagen Versuchsfahrten, um den kleinsten möglichen Radius empirisch herauszufinden. Sowohl bei Faller, wie auch im Internet fanden sich in dieser Beziehung sehr breit gefächerte Angaben (20 cm). Das Ergebnis der Versuche ergab eine Untergrenze von 12 cm Radius. Mit dem Platz für Radien von mindestens 15 cm war ich also auf der sicheren Seite.

Als Erstes nahm ich die Zufahrtstrasse und die Einfahrt in den Tunnel in Arbeit.
Um den Betriebsablauf interessanter zu machen, sollte das letzte Teilstück vor dem Tunnel keine Kreuzung von Fahrzeugen zulassen.
Deshalb befindet sich davor eine Ausweich- und Wartestelle.

Die Lage des Führungsdrahtes wurde nun mit Bleistift auf die Strasse gezeichnet und dann mittels Klebeband der Führungsdraht entsprechend befestigt.
Jetzt folgten die Versuchsfahrten mit den beiden Fahrzeugen. So konnte ich auch den seitlichen Überhang in die Führung einbeziehen.

Demo Führungsdraht
Der Führungsdraht im Bereiche der Ausweiche.
 
Demo Führungsdraht
 Die Führung der Fahrzeuge im Bereiche des Parkplatzes.
 
Nach einigen Korrekturen im Bereiche der Tunneleinfahrt und der Ausweiche klebte ich den Führungsdraht mit Sekundenkleber Punktweise fest. Dabei setzte ich im Bereich der Kurven die Punkte enger. Nun entfernte ich die Klebestreifen und es wurden nochmals Kontrollfahrten unternommen.
Bei problematischen Kurven (Tunnelausfahrt) habe ich zur Sicherheit zusätzliche Leitdrähte eingebaut.

Bei der anschliessenden Planung des Betriebsablaufes (Endlos-Schleife) ging ich von vier Kategorien mit insgesamt zehn Fahrzeugen aus: Busse des ÖV, Reisebusse für Touristen, Lieferfahrzeug an die Rampe der Gondelbahn und PWs.
Entsprechend sah ich auf dem Parkplatz drei Abzweigungen zur Führung der Fahrzeuge vor.
Nachdem ich so weit war, spielte ich den Programmablauf auf dem Papier durch. Dabei ging es um die Frage: Welches Fahrzeug löst wo, welche Aktion aus. Im Verlaufe dieses Vorganges wurden entsprechend die Stoppstellen und die Melder eingeplant.
Anschliessend wurden die drei Weichen eingebaut und auch auf dem Parkplatz die Führungsdrähte verlegt.

Als Melder benutze ich Lichtschranken. Der Lichtwiderstand ist neben dem Fahrdraht plan in die Fahrbahn eingelassen. In der selbstgebauten Elektronik kann ich über einen Trimmer die Ansprechschwelle jedes Melders anpassen.

Die Stoppstellen von Faller sind für den Einbau unter dünnen Trassebrettern vorgesehen. Bei meinen 15 mm dicken Unterlagen war da keine Chance für ein Ansprechen der Reed-Kontakte in den Fahrzeugen.

Meine Lösung verbindet das Nützliche mit dem Praktischen.

Eingedenk der Tatsache, dass im Inneren der Spule zur Magnetisierung ein Eisenkern sein muss, habe ich den von Faller kurzerhand durch eine in der Länge passende (Stahl-)Schraube M10 ersetzt.
In das Trassebrett bohre ich ein Loch von 8 mm (seitliche Distanz zum Führungsdraht gemäss Faller 11 mm).
Mit dem Gewindeschneider wird dann ein Gewinde M 10 in dieses Holzloch geschnitten.
Die Spule von Faller wird auf die Schraubegesetzt und von unten in das Trassebrett eingeschraubt, bis die Oberseite der Schraube bündig mit dem Trassebrett ist.
Die Spule sollte fest am Trassebrett befestigt sein. (Allenfalls muss man die Schraube kürzen oder mit Unterlagscheiben die Länge verkürzen.
Legt man Spannung an die Spule der Stoppstelle, wird die Schraube magnetisch. Dies selbstverständlich in ihrer ganzen Länge, also auch an der Oberfläche des Trassebrettes. Die Fahrzeuge halten zuverlässig an.

Links hinten ist der Tunnel zu sehen.
Auf dem Parkplatz herrscht "Kreisverkehr".
Die Einfahrt auf den Parkplatz führt am vorderen Rand vorbei.
Hinter dem Felsen mit dem Kiosk ist die Ausfahrt.
Rechts ist die Seilbahnstation und die Zufahrt zum Bauernhof.

Als alles so weit verlegt und montiert war, wurde von Faller der "Traktor mit Ladewagen" angeboten.
Die Strasse vom Parkplatz der Gondelbahn zum darunter liegenden Bauernhof (Arbeitsluke) wurde nun ebenfalls über eine Weiche eingebunden.

Die Fahrbahn führt am Bauernhaus vorbei und dort durch das geöffnete Tor in die Scheune. Da ist der Haltepunkt. Durch das hintere Scheunentor führt die Schleife um das Gebäude herum und zurück auf die Zufahrtsstrasse und wieder hinauf auf den Parkplatz.
An der Scheune des Bauernhauses wurden die entsprechenden Anpassungen (Durchfahrtshöhe) vorgenommen.
Damit erhöhten sich die Ziele, und damit die Kategorie der Fahrzeuge um eine Weitere, denn nebst dem Traktor können auch Lieferwagen, Viehtransporter und PWs zum Bauernhof geleitet werden.