Die Geschichte der Gotthardbahn

Bahnhof und Depot Erstfeld

Der weitere Ausbau

Im Jahre 1891 wurde ein Lagerplatz für Oberbau-Material auf Rampenhöhe samt Verlängerung des Stumpengleises 12 und einer Weichenverbindung mit Geleise 11 erstellt.
Ferner brach man die alte unbenützte Wagenremise ab und baute aus dem erhaltenen Material zwei Magazine für den Bahnunterhalt und für die Lagerung von Brennmaterial. Zu diesen Magazinen wurden zwei neue Stumpengeleise erstellt.

Schwelle von 1890

Schwellen aus diesen Geleisen liegen heute noch, wie das Datum 1890 zeigt

Im folgenden Jahre wurde auf dem Schwellen- und Holzlagerplatz ein Überflurhydrant erstellt

.

1893 wurde das Aufnahmegebäude vergrössert durch einen einstöckigen Anbau nach Norden, für den Wartesaal, dessen Raum man zu den Büro schlug.
Dabei wurde der alte Passagierabort abgerissen.
Vor dem Aufnahmegebäude erstellte die GB eine Perronhalle mit Perron. Das Bahndienstgebäude wurde durch zwei Anbauten vergrössert.

Stationsgebäude Erstfeld

Stationsgebäude Erstfeld mit Personenzug aus Zweiachsern und Güterzug

Aus dem Jahresbericht, Rubrik Unfälle:

Am 6. März 1893 wurde der Bremser Walker Kaspar auf der Station Erstfeld beim Überschreiten der Geleise von einer Rangiermaschine überfahren und sofort getötet.

Ebenfalls 1893 wurde das Depot um eine weitere Lokomotivremise mit acht Ständen erweitert.
Am 9. April, wurde das zweite Geleise in Richtung Silenen in Betrieb genommen.
Im Frühling eröffnete die GB in Erstfeld eine eigene Sekundarschule.
Im Jahre 1894 wurde der grosse Wagenschuppen mit einer Holzzementeindachung überdeckt. Dieser Schuppen stammte aus dem Jahre 1887 und war nur provisorisch mit Dachpappe überdeckt gewesen.
Die Kohlenlagerplätze wurden teils vergrössert, teils neu geschaffen. Ein neuer Kran und eine neue Waage wurden eingebaut und die Ladebühne verlängert. Die Geleise hierfür wurden ebenfalls angepasst.

neue Bekohlungsanlage

Die neue Bekohlungsanlage mit Kran, Rollbahnanlage und und Hunten

An die Hand genommen wurde ein Projekt für eine rationellere Lösung der Lagerplatzfrage, in Verbindung mit einer ebenso notwendigen Vergrösserung der Stationsanlage.
Im Depot erfolgte der Einbau von 2 Wagendrehscheiben.
Im Januar 1895 erfolgte die Auslieferung der Schneeschleudermaschine Rotary.
Im Depot wurde ein neues Unterkunftslokal für die Kohlenarbeiter erstellt.
An der Sekundarschule der GB in Erstfeld besuchten 1895 bereits 31 Schüler bei einem Lehrer den Unterricht.
Vier Wohnhäuser für Arbeiter der GB wurden fertig gestellt.
Die im Depot Erstfeld eingelagerte Ersatzschiebebühne wurde von Erstfeld nach Bellinzona verbracht und dort eingebaut.

1896 verlängerte man die Kohlenladebühne nochmals, die Zahl der Rollbahngeleise wurde vermehrt und die Anzahl der Kohlenwagen am Depotplatz vergrössert. Ebenfalls wurde die Putzgrube verlängert.

Am 6. Dezember 1896 übergab man das zweite Geleise in Richtung Altdorf dem Betrieb, nachdem man den nördlichen Bahnhofkopf umgebaut und eine neue Stellwerkanlage erstellt hatte.

Zwei weitere Wohnhäuser für Angestellte der GB wurden fertig gestellt. Zum Zwecke der Erstellung eines Schulhauses erwarb die Gesellschaft in Erstfeld eine Liegenschaft.

1897 wurde zwischen Geleise 2 und 3, bei km 41,7 ein neuer Wasserkran montiert. Den Materiallagerplatz baute man weiter aus.
Die restlichen Lokomotivdrehscheiben wurden auf 15 m Brückenlänge umgebaut.

Im Jahre 1898 nahm man endlich die lange verschobene bessere Gestaltung der Lagerplätze für Geleisematerial und die Verbesserung der Zufahrten zu diesen und den Kohlelagerplätzen in Angriff.
Um Platz zu schaffen, wurde das ehemalige Restaurant Kreuz abgerissen, das bisher noch als Wohnhaus für Angestellte gedient hatte. Für die Materialverwaltung wurde ein neuer Kohlenschuppen erbaut.
Das Wasserleitungsnetz wurde erweitert und an die Wasserversorgung der Gemeinde angeschlossen.
Das geplante Schulhaus war inzwischen fertig gestellt.
Das obere Bahndienstgebäude erhielt ein Nebengebäude.

Aus dem Jahresbericht, Rubrik Unfälle:

Am 12. Dezember 1898 ereignete sich ein Unfall mit tödlichen Ausgang. Der Condukteur Huber Hermann fiel nach der Abfahrt des fakultativen Zuges 726 in Erstfeld aus unbekannter Ursache, von dem von ihm bedienten Wagen auf das Geleise und starb infolge der erhaltenen Verletzungen noch am gleichen Tage.
Hochbetrieb im Bahnhof Erstfeld

Die Dampffahnen deuten es an, Hochbetrieb im Bahnhof Erstfeld